Archiv fürSeptember 2, 2007

Das Reinheitsgebot

Der braunen Flasche, gut gekühlt,
Entströmt das leuchtend-goldne Naß,
Ergießt sich schäumend in das Glas,
Das sich mit einem Rauschen füllt.

Schnell rinnt es feucht die Kehle runter,
Den Mund benetzt Ambrosia,
Der Geschmack, so wunderbar,
Macht selbst Verzagte wieder munter.

Hopfen, Hefe, Wasser, Malz,
Und nichts andres, keinesfalls,
Vereinen sich zum güldnen Fluß.

Bernsteinfarbenes Gedicht,
In dem sich sanft die Sonne bricht,
Ein Hoch auf diesen Hochgenuß!

Kieselerde Teil I

Kieselerde, Kieselerde,
Hilft bei jeglicher Beschwerde.

Hast Du Fuß- und Schädelweh?
Ist Dein Magen nicht OK?
Soll es wieder heile sein?
Pfeif Dir Kieselerde rein!

Schmerzt Dich deine Prostata?
Ist nicht alles wunderbar?
Was empfiehlt der Mann im Kittel?
Kieselerde heißt das Mittel!

Wachst Du morgens müde auf?
Bist Du täglich mieser drauf?
Kannst Du nur noch schmerzhaft bieseln?
Dann nimm Erde aus den Kieseln!

Kriechst Du auf dem Zahnfleisch her?
Geht im Bett gleich gar nichts mehr?
Schleppst Du Dich von Heut auf Morgen?
Kieselerde löst die Sorgen!

Roma aeterna

Roma aeterna heißt die Stätte,
Die einst die größten Männer barg,
Wie man sie heute gerne hätte,
Doch liegen sie schon lang im Sarg.

Wohl waren das tapfere Streiter,
Sie hatten stets das stärkste Heer,
Gefürchtet mit dem Schwert, als Reiter,
Gar tödlich warn sie mit dem Speer.

Rom hatte Philosophen, Dichter
In dieser so antiken Zeit,
In düstren Tagen warn sie Lichter,
Gebildet und auch sehr gescheit.

Doch einmal kamen die Germanen,
Und schlugen alles Rom entzwei,
Sie gingen wieder, wie sie kamen,
Jedoch mit Rom war’s dann vorbei.

12.12.00

Musik

Was kann es denn noch schön’res geben
Als Musik? Ich weiß es nicht.
Man soll das ganze Leben streben
Nach schönen Klängen wie nach Licht.

Gerade nachts, wenn sich das Treiben
Des Tages legt, der Lärm verschwindet,
Dann lass ich einfach alles bleiben
Und hör, wie sich mein Herz befindet.

Es ist nicht möglich, zu bestimmen,
Wozu die Laune einen drängt,
Wie man nach einem schlimmen
Tag sich selber gute Stimmung schenkt.

Ganz leise fängt es an zu summen,
Ein Saxophon spielt traurig moll,
Der letzte Lärm ist am verstummen,
Das Herz ist mit Musik ganz voll.

Wie soll man nur in Worte fassen,
Was einem das Gemüt erfüllt?
Hier kann das schönste Wort nicht passen,
Die Wahrheit bleibt doch stets verhüllt.

Ein schönes Lied gleicht einem Schauer,
Der in der Dämmerung ganz zart
Rosen benetzt, nur kurz an Dauer,
Unendlich wundervoll in seiner Art.

Die Ritter

Die Ritter einst, im Stahlgewand,
War’n ziemlich harte Knaben,
Sie waren cool und weitbekannt,
Berühmt wie bunte Raben.

Sie ritten hin, sie ritten her,
Mit Zeter, Mord und Graus,
Doch wollten sie dann mal nicht mehr,
Und starben einfach aus!

So machten sie von heut auf morgen,
Fast schon spontan so einfach Schluss,
Verschieden leis’ mit ihren Sorgen,
Exitus!

15.11.00

Morgen in den Alpen

Ein Schimmer, ja, es bricht der Tag
Hier in den Alpen an.
Ein Narr, wer jetzt noch schlafen mag,
Es macht sich auf, wer wandern kann.

Noch ist die Luft leicht, kühl und klar,
Und sie rauscht leise durch die Wipfel,
ein Vogel singt, laut, wunderbar,
Der Wand’rer strebt hinauf zum Gipfel.

Wenn man dann in die Höhen eilt,
Fernab der Zivilisation,
Wo man die Welt mit niemand teilt,
So ist das fast der Himmel schon.

Sonett

So ein Sonett, das ist nicht leicht,
Das kann man schnell erkennen,
Ich wollte es nur nennen,
Es ist oft tiefgründig, nicht seicht.

Vergessen liegt in der Natur
Der Menschen, grad der Frauen,
Die müh’n sich ab und schauen,
Und sehen doch nicht die Struktur.

In der Schule lernt man viel,
Ohne ein konkretes Ziel
Aus Prosa- und aus Lyrik-Werken.

Doch leider schwindet dieses Wissen
Mit jedermanns Gedächtnisrissen,
Doch ein Sonett muss man sich merken!