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Die Lunge

Die Lunge ist ein komisches Organ,
Luft strömt hinein und Luft strömt auch hinaus,
So geht das immer fort, tagein, tagaus,
Mehr gibt es nicht, was eine Lunge kann!

Man fragt sich daher, ob die Existenz
Der Lunge überhaupt berechtigt ist,
Ob Ihr Fehlen wohl jemand vermisst?
Was wär der Ausgang des Experiments?

Der Mensch, er hätte keinen eig’nen Klang,
Weder Sprache noch schönen Gesang,
Der Mund, er braucht die Lunge, wenn er ruft!

Dem Herzen schickt die Lunge das O2,
Und ohne das wär’s Leben schnell vorbei!
Es ist daher viel mehr als heiße Luft!

Das Reinheitsgebot

Der braunen Flasche, gut gekühlt,
Entströmt das leuchtend-goldne Naß,
Ergießt sich schäumend in das Glas,
Das sich mit einem Rauschen füllt.

Schnell rinnt es feucht die Kehle runter,
Den Mund benetzt Ambrosia,
Der Geschmack, so wunderbar,
Macht selbst Verzagte wieder munter.

Hopfen, Hefe, Wasser, Malz,
Und nichts andres, keinesfalls,
Vereinen sich zum güldnen Fluß.

Bernsteinfarbenes Gedicht,
In dem sich sanft die Sonne bricht,
Ein Hoch auf diesen Hochgenuß!

Sonett

So ein Sonett, das ist nicht leicht,
Das kann man schnell erkennen,
Ich wollte es nur nennen,
Es ist oft tiefgründig, nicht seicht.

Vergessen liegt in der Natur
Der Menschen, grad der Frauen,
Die müh’n sich ab und schauen,
Und sehen doch nicht die Struktur.

In der Schule lernt man viel,
Ohne ein konkretes Ziel
Aus Prosa- und aus Lyrik-Werken.

Doch leider schwindet dieses Wissen
Mit jedermanns Gedächtnisrissen,
Doch ein Sonett muss man sich merken!