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Bürokratie

Acht Uhr dreissig bis halb Zehn,
Danach heisst es: „Auf Wiederseh’n!“
Dienstags auch von eins bis drei,
Doch wehe, es kommt wer vorbei!

Des Beamten schlimmster Feind,
Ist ein Bürger, welcher meint,
Er nutze besser diese Zeit
Und glänze mit Anwesenheit.

Der Bürger hat wohl nicht kapiert,
Wie man Behörden strukturiert:
Öffnungszeiten sind ein Muss,
Beamten sind sie ein Verdruss.

Der Beamte dient dem Staat,
Wenn der ihn ruft, steht er parat,
Doch nicht, wenn ihn ein Bürger ruft,
Der ist für den Beamten Luft.

Cola Light

Das stets beliebte Koffein,
Das ist nicht nur im Kaffee drin,
Es steht auch anderswo bereit,
So etwa in Cola Light!

So manche Frau möcht sie nicht missen,
Sie trinkt sie mit gutem Gewissen.
Zuckerfrei, das ist der Trick,
Und trotzdem ein Koffein-Kick!

Wahren Männern schmeckt sie schal
Und ist daher stets zweite Wahl!
Doch greift man höchster Not
Auch zu diesem Angebot.

Kaffee

Brauchst Du etwas Koffein,
So geh zu einem Café hin,
Und sitzt Du erst einmal dort drin,
So steht nach Kaffee Dir der Sinn!

Das heiße Nass, das putscht Dich auf,
Du bist gleich wieder voll gut drauf,
Bist in der Welt stets obenauf,
Und das nur durch den Kaffee-Kauf.

Bekommst Du mal keinen Kaffee,
So ist die Welt voll „Ach“ und „Weh“,
Ein Jammertal, oh jemineh,
So fad wie das Instant-Püree.

Man braucht Kaffee, sei’s nur ein Schuss,
Denn ohne gibt es nur Verdruss,
Weil das so ist und bleiben muss,
Ist mit diesem Gedicht jetzt Schluss!

Reim dich oder sonst…

Das Leben kann schon Blüten treiben,
Man will kurz ein Gedichtlein schreiben,
Und tut dann bei einem Reim bleiben,
Auch wenn die Reime sich stark reiben,
Wie abgefahrene Bremsscheiben.

Die Lunge

Die Lunge ist ein komisches Organ,
Luft strömt hinein und Luft strömt auch hinaus,
So geht das immer fort, tagein, tagaus,
Mehr gibt es nicht, was eine Lunge kann!

Man fragt sich daher, ob die Existenz
Der Lunge überhaupt berechtigt ist,
Ob Ihr Fehlen wohl jemand vermisst?
Was wär der Ausgang des Experiments?

Der Mensch, er hätte keinen eig’nen Klang,
Weder Sprache noch schönen Gesang,
Der Mund, er braucht die Lunge, wenn er ruft!

Dem Herzen schickt die Lunge das O2,
Und ohne das wär’s Leben schnell vorbei!
Es ist daher viel mehr als heiße Luft!

Kieselerde Teil V

Lebst Du in einer Zwangs-Askese,
Half bisher nicht die beste These?
Ist eine holde Maid dein Ziel?
Auch hier hilft Kieselerde viel.

Die Dummen lernen gleich viel schneller,
Gelehrte werden immer heller,
Ob Schule, Lehre, Studium,
Um Kieselerd’ kommt keiner ‘rum

Jeder weiß, es ist sehr schade,
Schmeckt ein Essen ziemlich fade,
Doch wär’ der Koch nur leicht auf Zack,
Gäb’ Kieselerde den Geschmack.

Gedicht

Ein Gedicht ist furchtbar wichtig,
Ein Gedicht sagt etwas aus!
Macht man es aber nicht richtig,
So ist es einfach nur ein Graus!

Märchen

Es war einmal, vor langer Zeit,
So fangen häufig Märchen an,
Da war ein Bauer, eine Maid,
Ein Königskind, ein Edelmann.

Schnell nimmt die Handlung ihren Lauf,
Verwegen schwingt ein Held sein Schwert,
Mal taucht eine Hexe auf,
Und manchmal spricht sogar ein Pferd.

Ein voller Breitopf, immer heiß,
Ein Esel, der Dukaten scheißt,
Ein Männchen, von dem niemand weiß,
Daß es Rumpelstilzchen heißt.

Esel, Katze, Hahn und Hund
Vertreiben rasch das Räuberpack,
Ein Jüngling holt zur Abendstund’
Seinen Knüppel aus dem Sack.

König Frosch erzählt Geschichten,
Er sei ein Mensch von hohem Stand,
Und willst Du diesen Menschen sichten,
Wirf ihn einfach an die Wand.

Es schlief Dornröschen Tag und Nacht,
Schnell waren hundert Jahre um.
Ihr Prinz hat das nicht mitgemacht,
Und klaute ihr das Valium.

Schneewittchen suchte einen Mann,
Und reiste über sieben Berge.
Sie lachte sich nicht einen an,
Sondern gleich die sieben Zwerge.

Falada, erzählt die Mär,
Sprach – für ein Pferd – oft nicht zu knapp.
Sie redete stets schlau daher,
Darum war schnell die Rübe ab.

Im tiefen Wald stand einst ein Haus,
Das hatte Pfefferkuchen dran,
Zwei Kinder nutzten dieses aus,
Und zündeten die Hexe an.

Des Aschenputtels Schwestern waren
gemein und häßlich, rucke di guh,
Der Königssohn ließ beide fahren,
Zu ekelig war das Blut im Schuh.

Brüderlein und Schwesterlein,
Die hatten nichts zu kaufen,
Er wurde einst ein Rehchen klein,
Das kommt vom Brunnensaufen.

Der Fischer hatte eine Frau,
Die nimmersatte Ilsebill,
Sie hielt sich für besonders schlau,
Erst im Pißpott war sie still.

Ein Meisterfeilscher war der Hans,
Er tauschte, was er hatte, ein,
Vom Gold zum Nichts schaffte er ganz,
Und doch konnt’ er stets glücklich sein.

Das Schneiderlein, das geschickte,
Erschwindelte ein Königreich,
Als es auf einen Gürtel stickte:
„Siebene auf einen Streich“!

Und die Moral von dem Gedicht?
Gibt es nicht!

Hangover

Jäh sticht es mich, wie tausend Messer,
Ein Schmerz wie eine Explosion,
Aufwachen war schon einmal besser,
Die Nacht durchzecht, das ist der Lohn!

Das Auge rot, grausam verquollen,
Ein Hamsterpelz bedeckt die Zunge,
Der Kopf scheint explodiern zu wollen,
Man spürt den Teer auf seiner Lunge.

Die Feier war zwar grandios,
Der Kopfschmerz ist es leider auch!
Am Abend geht es wieder los,
Gefeiert wird, das ist der Brauch!

Odel an die Freude

Ritter Johann einst, der Streiter,
War grimmig gar und schrecklich bös!
Er war nicht schlau, nein, kein Gescheiter,
Und folglich auch sehr oft nervös!

Es gab nicht wirklich viele Sachen,
Die ihm mit Mühe grad gelangen,
Wollt’ er mit jemand etwas machen,
Musst dieser um sein Leben bangen.

Nein, jetzt mal ehrlich, dieser Knabe,
Das war ein wahrer Frauenheld,
Wie ich ihn nie gesehen habe,
Nur Autos, Frauen, Sex und Geld!

Nur unter Grazien wählt er aus,
Die „zweite Wahl“, das ist ihm fremd,
Bringt jede nur einmal nach Haus,
Und doch ist er total verklemmt!

Denn wahrlich, hinter der Fassade,
Steckt prinzipiell ein weicher Kern,
Er zeigt’s nicht oft, und das ist schade,
Doch hätten das die Frauen gern.

Mann kann ganz lustig mit ihm ratsch’n,
Doch manchmal hat er einen Knall,
Dann gibt es links und rechts a Watsch’n,
er wird dann doch recht schnell normal.

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