Es war einmal, vor langer Zeit,
So fangen häufig Märchen an,
Da war ein Bauer, eine Maid,
Ein Königskind, ein Edelmann.
Schnell nimmt die Handlung ihren Lauf,
Verwegen schwingt ein Held sein Schwert,
Mal taucht eine Hexe auf,
Und manchmal spricht sogar ein Pferd.
Ein voller Breitopf, immer heiß,
Ein Esel, der Dukaten scheißt,
Ein Männchen, von dem niemand weiß,
Daß es Rumpelstilzchen heißt.
Esel, Katze, Hahn und Hund
Vertreiben rasch das Räuberpack,
Ein Jüngling holt zur Abendstund’
Seinen Knüppel aus dem Sack.
König Frosch erzählt Geschichten,
Er sei ein Mensch von hohem Stand,
Und willst Du diesen Menschen sichten,
Wirf ihn einfach an die Wand.
Es schlief Dornröschen Tag und Nacht,
Schnell waren hundert Jahre um.
Ihr Prinz hat das nicht mitgemacht,
Und klaute ihr das Valium.
Schneewittchen suchte einen Mann,
Und reiste über sieben Berge.
Sie lachte sich nicht einen an,
Sondern gleich die sieben Zwerge.
Falada, erzählt die Mär,
Sprach – für ein Pferd – oft nicht zu knapp.
Sie redete stets schlau daher,
Darum war schnell die Rübe ab.
Im tiefen Wald stand einst ein Haus,
Das hatte Pfefferkuchen dran,
Zwei Kinder nutzten dieses aus,
Und zündeten die Hexe an.
Des Aschenputtels Schwestern waren
gemein und häßlich, rucke di guh,
Der Königssohn ließ beide fahren,
Zu ekelig war das Blut im Schuh.
Brüderlein und Schwesterlein,
Die hatten nichts zu kaufen,
Er wurde einst ein Rehchen klein,
Das kommt vom Brunnensaufen.
Der Fischer hatte eine Frau,
Die nimmersatte Ilsebill,
Sie hielt sich für besonders schlau,
Erst im Pißpott war sie still.
Ein Meisterfeilscher war der Hans,
Er tauschte, was er hatte, ein,
Vom Gold zum Nichts schaffte er ganz,
Und doch konnt’ er stets glücklich sein.
Das Schneiderlein, das geschickte,
Erschwindelte ein Königreich,
Als es auf einen Gürtel stickte:
„Siebene auf einen Streich“!
Und die Moral von dem Gedicht?
Gibt es nicht!